Stuttgart Merz Akademie - Design Studium
Stuttgart - Merz Akademie Hochschule für Gestaltung
Studiengänge: Kommunikationsdesign, Film und Video, Neue Medien, Visuelle Kommunikation
Wichtigstes Ziel der Lehre der Merz Akademie ist es, Studierende der Gestaltung darauf vorzubereiten, als eigenständige Medienautoren zu arbeiten, die sich der ästhetischen, kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenhänge ihrer Arbeit bewusst sind und sich deshalb einer kritischen Auseinandersetzung verpflichtet fühlen.
» Kursangebote Grafik & Design - hier kostenlose Infos anfordern!
Eine Gesellschaft, deren Wirklichkeit immer stärker von den Medien geprägt wird, fordert von Gestaltern Orientierung und Steuerung; zugleich erwartet sie praktische Fähigkeiten, spezifische Botschaften zielgerichtet und angemessen zu kommunizieren sowie technologische Potenziale effizient und wirksam zu nutzen und zu entfalten. Die Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Prozesse und die Reflexion möglicher Entwicklungen ist dabei Grundlage für gesellschaftlich verantwortliches Handeln künftiger Mediengestalter/innen und deshalb seit langem wesentlicher Bestandteil des Studiums an der 1918 gegründeten, staatlich anerkannten Hochschule für Gestaltung.
Kommunikationsdesign
Film und Video, Neue Medien und Visuelle Kommunikation sind die drei Studienrichtungen, die im Diplom-Studiengang Kommunikationsdesign angeboten werden. In allen Studienrichtungen werden sowohl allgemeine als auch disziplinspezifische Fähigkeiten der Mediengestaltung vermittelt. Die Fähigkeit, bei der Erstellung von Konzepten erfolgreicher Kommunikation auch gesellschaftsanalytisch vorzugehen steht dabei im Mittelpunkt. Studiendauer: 8 Semester Regelstudienzeit; Studienabschluss: Diplom Designerin / Diplom Designer (FH).
Film und Video
Digitaler Film ist unser Werkzeug, um Aussagen über die Welt zu machen. Wir untersuchen sehr genau, welche Bildsprachen, welche dramaturgischen, gestalterischen und technischen Mittel einzusetzen sind, um eine angemessene filmische Repräsentation eines Themas entstehen zu lassen. Die Verführung durch die jederzeitige Verfügbarkeit digitaler Bilder zwingt uns umso eingehender, nach den historischen und aktuellen Bedingungen und Kontexten filmischer Methoden zu fragen bevor record gedrückt wird. Pixel hat die Welt genug.
Ziel der Studienrichtung Film und Video (FV) ist die Befähigung zur (künstlerischen oder gestalterischen) Autorschaft im Bereich der zeitbasierten Medien, insbesondere Film und Video. Voraussetzung hierfür ist die Vermittlung einer avancierten medialen Kompetenz.
Gegenstand des Studiums sind die zeitbasierten Medien und ihre künstlerische Gestaltung. Die zeitbasierten Medien stützen sich auf technische und gestalterische Verfahren der Fotografie, des Films und der elektronischen und rechnergestützten audiovisuellen Bewegtbildmedien. Analyse und Aneignung dieser Verfahren in ihren historischen und technologischen Kontexten stehen im Zentrum des Studiums. Den Hintergrund bildet eine umfassende Auseinandersetzung mit Geschichte und Theorie der zeitbasierten Medien, sowie mit Kunstgeschichte und Kulturtheorie. Interaktive Formen und Anwendungen, die Gegenstand eines eigenständigen Pathways (Neue Medien) sind, werden hier nur am Rande berührt.
In Werkstattkursen und Übungen werden nicht nur praktische Kenntnisse im Umgang mit digitaler Videotechnik vermittelt, sondern auch Erfahrungen in Produktionsplanung und –ablauf gesammelt. Das Praktikum gibt Einblicke in die professionellen Arbeitsfelder zeitbasierter Medien. Vorträge, Kurse und Exkursionen vertiefen das Wissen über Konzeption, Finanzierung und Realisierung von Filmen in Fernsehen und Kino sowie im Kunstbereich. Im Laufe des Studiums werden mehrere ein- oder mehrsemestrige Projekte realisiert. Der Schwerpunkt liegt auf kleineren Formaten, wobei dokumentarische, fiktionale oder experimentelle Formen und auch ihre Kombination (Essays, Doku-Fiction) möglich und erwünscht sind.
Das Pathway-Studium Film und Video fördert die experimentelle Erprobung (neuer) bildsprachlicher und dramaturgischer Mittel und strebt die innovative Anwendung multimedialer Techniken an. Die technischen Bewegtbildmedien sollen in ihren Eigengesetzlichkeiten erforscht und ihre kombinierten Möglichkeiten zur Entwicklung eines zeitgemäßen künstlerischen und gestalterischen Ausdrucks genutzt werden.
Neue Medien
Interface Design, Smart Objects, Games, Web Design, Computational Design, immersive Umgebungen - das sind die Themen der Studienrichtung Neue Medien. Es geht nicht um stylische Oberflächen, Marktpotentiale oder darum, so schnell wie möglich ein neues it product auszuspucken. Intellektuell, digital und real nehmen wird die Soft- und Hardware auseinander, genauso wie die Umstände die sie geschaffen haben. Was bringt´s, was bleibt auf der Strecke, wer gewinnt? Anhand solcher Forschung entstehen sinnvolle Werkzeuge der interaktiven Kommunikation, deren Eigenschaften anhand unserer eigenen Fragestellungen konzipiert sind.
Die weit verbreitete Nutzung von Computertechnologie eröffnet der Gestaltung von Kommunikation in interaktiven, vernetzten Medien faszinierende Möglichkeiten, bringt jedoch durch Themen wie Datenschutz, elektronische Demokratie oder der Erneuerung des Urheberrechts große gesellschaftliche Verantwortung mit sich. Im Pathway Neue Medien (NM) werden die kommunikativen Potentiale neuer Medien und deren Anwendungsformen – Computational Design, immersive Umgebungen, Interface Design, Smart Objects, Games and Web Design – systematisch erforscht und gestalterisch erschlossen.
Dies bringt eine neuartige Auffassung des Begriffs "Design" mit sich. "Design" bezieht sich hier nicht so sehr auf die Gestaltung von Botschaften oder Produkten, sondern auf die Verwirklichung von Prozessen und Interaktionen. Studierende im Pathway NM gestalten nicht einfach Formen und Oberflächen, sie entwerfen Werkzeuge der Kommunikation und konzipieren ihre Eigenschaften und Gebrauchsweisen. Dabei handelt es sich immer auch darum, die digitalen Werkzeuge als kulturelle Produkte zu begreifen, die in Frage gestellt und den eigenen Bedürfnissen entsprechend verändert werden können.
Wenn der Pathway NM den Computer ins Zentrum stellt, so ist er dennoch nicht auf Maschinen oder Technik fixiert. Der Computer wird als ein Katalysator von Prozessen betrachtet, nicht als Selbstzweck. So ist die Ausbildung im Bereich "Neue Medien", auch wenn sie gründliche technologische Kenntnisse vermittelt, keine rein technische Ausbildung. Die gesellschaftlichen Konsequenzen des Mediengebrauchs werden ebenso mitreflektiert wie die künstlerischen und kulturellen Strategien, die aus dem Computer hervorgehen.
Diese Offenheit und interdisziplinäre Ausrichtung soll es den Studierenden ermöglichen, auf gestellte Probleme nicht einfach mit "Lösungen" innerhalb eines vorgesteckten Rahmens zu reagieren, sondern Problem und Rahmen selbst einer kritischen Befragung zu unterziehen und zum Ausgangspunkt einer experimentellen Erkundung zu machen.
So bietet der Pathway NM eine Ausbildung an der Schnittstelle von Kunst und Technologie, die nicht unmittelbar auf Markt und Industrie orientiert ist. Ausgehend von einem gründlichen Verständnis interaktiver und kommunikativer Prozesse, erlaubt die Ausbildung den Absolventinnen und Absolventen jedoch erfolgreich auch für den Markt zu arbeiten und Innovation anzubieten.
Um auf eine solche Form der künstlerisch-gestalterischen Autorenschaft vorzubereiten, werden an der Merz Akademie gestalterische, technische und wissenschaftliche Fähigkeiten integriert, d.h. in einem aufeinander abgestimmten Prozess vermittelt. Medien, Technologien, Inhalte und Gestaltung stehen nicht als einzelne Elemente neben- oder nacheinander im Lehrplan, sondern werden durch komplexe Projekte und andere Unterrichtsformen gemeinsam vermittelt. Dabei geht es uns nicht um eine möglichst realistische Nachahmung aktuellen Marktgeschehens oder des Agenturalltags und auch nicht um die Frage nach der unmittelbaren Verwertbarkeit oder Realisierbarkeit eines Projektes. Vielmehr begreift die Merz Akademie die Hochschule als notwendigen künstlerischen Freiraum – also eine Art Denk- und Experimentallabor, das neue Einsichten und Ideen in Bezug auf die gesellschaftliche, kulturelle und ökonomische Entwicklungen
ermöglicht.
Visuelle Kommunikation
Gegenstand ist die Konzeption und Gestaltung visueller, d.h. an das Auge adressierter Kommunikation. Dies schließt den klassischen Bereich des Grafik Designs, also die Gestaltung von Print- und anderen Trägermedien ein. Die Ausbildung erstreckt sich aber auch auf den Entwurf visueller Konzepte für elektronische Medien (Web Publishing, Interface Design etc.) und auf die Gestaltung grafischer und typografischer Elemente im Bereich der Bewegtbildmedien (Animation, Titeldesign etc.).
Gegenstand des Pathways VK ist die Konzeption und Gestaltung visueller, d.h. an das Auge adressierter Kommunikation. Dies schließt den klassischen Bereich des Grafik Designs, also die Gestaltung von Print- und anderen Trägermedien ein. Die Ausbildung im Pathway VK erstreckt sich aber auch auf den Entwurf visueller Konzepte für elektronische Medien (Web Publishing, Interface Design etc.) und auf die Gestaltung grafischer und typografischer Elemente im Bereich der Bewegtbildmedien (Animation, Titeldesign etc.).
Grundlage der Ausbildung im Pathway VK ist die eingehende Auseinandersetzung mit den grundlegenden Verfahren grafischer Gestaltung, ihren technischen Voraussetzungen und Anwendungsbereichen. In einer Vielzahl von Kursen werden die Studierenden vertraut gemacht mit der Geschichte und Theorie von Gestaltung, Kunst und Populärkultur - ein Wissen, das in der Projektarbeit erprobt und in den Fachkolloquien weiter vertieft wird. Die praktische Ausbildung ist dabei immer verknüpft mit der Entwicklung der Fähigkeit zur theoretischen Begründung und Kritik. Fremde und eigene Entwürfe sollen in ihrer vielfältigen (kulturellen, sozialen, ökonomischen, technologischen, politischen usw.) Bedingtheit reflektiert und somit als veränderbar verstanden werden. Gerade die Fähigkeit, sich in eine bestimmte (theoretische oder experimentelle) Distanz zu dem überkommenen Material und seinen Verwendungsweisen zu setzen, bietet die Möglichkeit für eine innovative Gestaltung, die nicht nur auf eine Verlängerung bestehender Traditionen hinausläuft.
Fasst man Gestaltung in einem konzeptionellen Sinn auf, dann handelt es sich nicht einfach um die "hübsche" Verpackung eines vorgegebenen Inhalts, sondern um eine eigenständige Kommunikationsleistung, eine Form der Autorschaft, die die Fähigkeit voraussetzt, komplexe Probleme und Sachverhalte zu analysieren und sie mit den Mitteln zeitgenössischer Medientechnologie in kommunikative Handlungen zu übersetzen. So geht es dem Studienschwerpunkt VK nicht um die Verteidigung eines angestammten Berufswissens (das mit der digitalen Revolution ohnehin ins Wanken geraten ist), sondern um die Entwicklung einer zeitgemäßen Form visueller Autorschaft, die handwerklich-technische Fähigkeiten mit wissenschaftlich-reflektierenden und künstlerisch-experimentellen Verfahrensweisen verbindet.
Ziel ist die Ausbildung von Gestalterinnen und Gestaltern, die sich aufgrund einer entwickelten visuellen Bildung und einer ausgeprägten medialen Kompetenz in den verschiedensten kulturellen und beruflichen Umgebungen orientieren und jeweils adäquate Visualisierungsstrategien entwerfen können.
Weiterbildungsprogramm
Merz Alumni e.V. bietet regelmäßig Vorträge, Seminare und praxisorientierte Weiterbildungsveranstaltungen an. Das Programm des Sommersemesters 2006 ist bereits abgeschlossen, Sie können sich hier über die aktuellen Veranstaltungen des Wintersemesters 2006/2007 informieren.
